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Versicherungswirtschaft 05/2019

Versicherungswirtschaft 05/2019

Gewicht: 384 g

, 05/2019


Preis: 22,00 EUR

(Preise inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten)
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Konsequenz

Platon wird der Spruch zugeschrieben „Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg: Es allen Recht machen zu wollen“. Die tiefe Wahrheit dieser vielleicht als ewig richtig anzusehenden Weisheit liegt wohl in der Natur des Menschen begründet. Widerstreitende Interessen der verschiedenen Stakeholder eines Unternehmens, Kunden, Investoren, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Berater, eigene persönliche Wertesysteme, dies alles stellt die Herausforderung „guter“ Führung in ein besonderes Spannungsfeld. Der Druck zum Wandel ist enorm, die sich immer schneller, teils abrupt ändernden wirtschaftlichen, politischen und technologischen Randbedingungen zwingen zu Entscheidungen und zu einem Mut zur Strategie. Dabei wachsen die Probleme auf weltweiter Ebene und die Wirtschaft wird damit konfrontiert. Die Unternehmen der Branche „von öffentlichem Interesse“ mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen durch die EU-Direktive zum ESG-Reporting in der Pflicht, ihre Ziele und Strategien, sowie die Auswirkungen ihrer Tätigkeit, hinsichtlich Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, der Bekämpfung von Korruption und der Beachtung der Menschenrechte offenzulegen. Selbst bei vergleichsweise objektiv zu messenden, quantitativen Zielgrößen steht von vorneherein fest, dass nur in den seltensten Fällen ein eindeutiges Optimum erreichbar ist und man meist nur Punkte auf sogenannten Paretopfaden ansteuern kann. Das sind Zustände, in denen jede Zielgröße nur auf Kosten einer anderen Zielgröße verbessert werden kann. Die offensichtlich richtige Strategie, die alle Zielgrößen gleichsam maximiert, gibt es nicht, es ist immer ein Wertmaßstab anzulegen. Führung macht aus, sich dem Druck zu stellen, den Entscheidung bewirkt. Den dabei angelegten Wertmaßstab transparent zu machen, zu begründen und zu verteidigen kann helfen, muss aber nicht. Zu vielschichtig ist das Problem, es allen Recht zu machen.
Aber ohne Entscheidung geht es nicht. Vielleicht hilft es, mit Sportsgeist an die Sache zu gehen. Wer in den Ring steigt, wird von den Rängen aus bewertet, soviel steht fest. Dies kann der Ansporn sein, sich und seine Entscheidungen stetig selbst zu verbessern, dabei nicht verbissen die Anerkennung von außen als Maßstab des eigenen Selbstwertes anzusetzen, sondern den Blick in den Spiegel. Das ist natürlich relativ zu sehen, denn dabeisein ist nun einmal in der Führungsspitze nicht alles. Man muss bei allem Können auch das Glück haben, zu gewinnen.


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